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Das Welterbe ist angekommen im Wikinger Museum Haithabu

Ab diesem Pfingstwochenende beginnt künftig jeder Ausstellungsrundgang in Haithabu unmittelbar im Welterbe. Denn in den vergangenen Wochen haben Museumsleiter Dr. Matthias Toplak und sein Team die Dauerausstellung im Wikinger Museum Haithabu um einen faszinierenden Aspekt erweitert: Die Besucher*innen erfahren nun mehr über den Grundgedanken des UNESCO-Welterbes und warum Haithabu und das Danewerk als Welterbe geführt werden. So ist mit Haithabu zum Beispiel eine ganz besondere Forschungsgeschichte verbunden. Es gilt als einer der Schlüsselplätze der wikingerzeitlichen Archäologie. An dieser Stelle wird erstmals in der Geschichte des Museums auch auf die unrühmliche Rolle des damaligen Chef-Archäologen von Haithabu, Herbert Jankuhn, in der Zeit des SS-Ahnenerbes eingegangen.

Um den Besucher*innen die herausragende Bedeutung dieses Ortes im wahrsten Sinne des Wortes vor Augen zu führen, startet die Ausstellung mit einer neuartigen Projektion und dem Blick unter die Erde. Mit Hilfe der sogenannten Punktwolken-Technologie verhilft ein entstandener Videoclip die besondere Situation der Welterbestätte zu verstehen, denn ein Großteil des zu schützenden Kulturguts befindet sich unberührt und unsichtbar unter der Erde. Wie ein roter Faden zieht sich der Welterbe-Gedanke künftig durch die weitere Ausstellung. Die Besucher*innen erfahren und erleben anhand zentraler Objekte mehr über die sehr bedeutende Stellung Haithabus im Netzwerk der frühmittelalterlichen Welt.

Welterbe-Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch erweitere Dauerausstellung

Dass nach Jahren der Planung und Umsetzung dies nun gelungen ist, dankte Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, im Rahmen einer Präsentation auch der Aktivregion Schlei-Ostsee und ihrer Vorsitzenden Svenja Linscheid. Mit gut 40.000 Euro trug die LAG entscheidend zur Finanzierung dieses 86.500 € teuren Projektes bei. „Zum wiederholten Male durften wir auf die finanzielle Hilfe der Aktivregion zurückgreifen, um das Welterbe Haithabu-Danewerk noch anschaulicher in Wert zu setzen. Ich denke aber auch, es hat sich gelohnt“, sagte Prof. Dr. von Carnap-Bornheim.

Neben der inhaltlichen Erweiterung der Ausstellung bietet das Wikinger Museum seinen Besucher*innen ab sofort auch einen ausstellungsbegleitenden Medienguide mit vielen spannenden Informationen rund um eines der erfolgreichsten Museen Norddeutschlands. Das Besondere an der gerade fertig gewordenen Technik: Alle Vermittlungsinhalte sind in digitaler Form vor, während oder auch nach dem Besuch von Haithabu für alle Besucher*innen kostenlos abrufbar. Denn die Entwicklung und technische Umsetzung dieses Medienguides für die eigenen Smartphones der Besucher*innen wurde vollständig von den Sparkassen in Schleswig-Holstein bezahlt. Das gesamte Vermittlungsangebot kann entweder vor Ort im Museum mit Hilfe des kostenlosen Wlan per QR-Code oder über DIESEN LINK direkt auf das eigene Smartphone geladen werden.


Zu den Ersten, die den neuen Medienguide ausprobierten, gehörte Thomas Menke, Vorstandsvorsitzender der Nord-Ostsee Sparkasse. „Geschichte wird nur begreifbar, wenn sie erlebbar gemacht wird - und das möglichst niederschwellig. Das Wikinger Museum Haithabu geht hier immer wieder neue innovative Wege und hält so Kulturgeschichte nachhaltig am Leben“, sagte Menke im Verlauf eines Ausstellungsrundgangs in Haithabu.

Der neue Medienguide enthält einen aktualisierten Audioguide in den Sprachen Deutsch, Dänisch und Englisch. Eine Audio-Fassung für Kinder folgt in Kürze. Zusätzlich gibt es zahlreiche Abbildungen und Texte. Eine interaktive Karte des Museumsgebäudes und des Freigeländes erleichtert die Orientierung. Die Besucher*innen können sich via Medienguide durch das Museum und Freigelände
führen lassen - oder das Museum auf eigene Faust erkunden und über Nummern, die an den Vitrinen angebracht sind, Informationen über einzelne Objekte erhalten.

In ihrer Mobilität eingeschränkte Besucher*innen können die Stationen zusätzlich nach Barrierefreiheit filtern oder die Schriftgröße für eine bessere Lesbarkeit anpassen. Der neue Medienguide eröffnet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten in der digitalen Vermittlung. So können kurzfristig auch weitere barrierefreie Inhalte in leichter Sprache und Audiodeskription hinterlegt werden. Auch ist es möglich, den Medienguide um thematische Touren – zum Beispiel zur Stellung der Frau in der Wikingerzeit oder der Christianisierung der Wikinger – zu erweitern. Langfristig sind auch Virtual- oder Augmented Reality-Erlebnisse denkbar.

Drei Sprachen, barrierefreie Angebote, wechselnde thematische Touren

Perspektiven wie diese sind es, die den Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein seit nunmehr genau zehn Jahren motivieren, in moderne Vermittlungstechniken für Museumsinhalte zu investieren. „Wir möchten unseren Teil dazu beitragen, dass ein Museumsbesuch zu einem tollen Erlebnis wird und es sich herumspricht, wie lohnenswert es ist, Orte wie Haithabu, Schloss Gottorf oder Molfsee zu besuchen“, sagte Gyde Opitz, beim Sparkassen und Giroverband zuständig für Kommunikation und Gesellschaftliches Engagement.

Auch dass ist neu im Wikinger Museum: Wer ohne ein eigenes mobiles Endgerät im Museum erscheint, trotzdem aber nicht auf den Medienguide verzichten möchte, der kann sich ein Gerät an der Kasse kostenlos ausleihen. Und sollte jemand ohne eigene Kopfhörer unterwegs sein, kann im Museumsshop kabelgebundene Kopfhörer mit Klinkenstecker (3,5 mm) für 1,50 Euro erwerben. Sie möchten den Medienguide für das Wikinger Museum Haithabu einmal ausprobieren? Klicken Sie einfach auf diesen Button...

Medienguide Haithabu

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