Erik Styrimathr auf Museumswerft in Roskilde
Wind und Wetter haben unserem Segelboot Erik Styrimathr in den letzten zehn Jahren stark zugesetzt, auch die Belastungen bei längeren Fahrten. Einige Planken weisen größere Risse auf oder sind morsch, so dass eine Generalüberholung notwendig ist. Dafür ist die Erik Styrimathr im Dezember nach Roskilde in die Werft des weltbekannten Vikingeskibsmuseet (MEHR...) gebracht worden.
In der Museumswerft in Roskilde sind in den letzten Jahrzehnten über ein Dutzend detailgetreue Repliken wikingerzeitlicher Schiffe nach originalen Arbeitstechniken und in ständigem Austausch mit den Archäologe*innen gebaut worden, so dass die Werft über die weltweit vermutlich größten Erfahrungen und Kenntnisse zum wikingerzeitlichen Schiffsbau verfügt. Dort wird unser Segelboot in den kommenden Wochen nun repariert und wieder seetüchtig gemacht. Im Frühjahr – pünktlich zur Saisoneröffnung mit dem Frühjahrsmarkt über Ostern – wird die Erik Styrimathr dann wieder an ihrem gewohnten Platz im Hafen von Haithabu liegen, bereit für weitere Jahre als Bo(o)tschafter des Wikinger Museum Haithabu.
Zum Hintergrund: Im Jahr 2014 wurde unser museumseigenes Segelboot durch den Bootsbauer Kai Zausch nach wikingerzeitlichen Bautraditionen und Arbeitstechniken gebaut. Es handelt sich um keine genaue Rekonstruktion eines konkreten Fundes. Stattdessen ist die Erik Styrimathr als sogenannte teinæringr-Konstruktion mit 5 Paar Rudern und einem Rahsegel den kleinen Allzweckbooten der Wikingerzeit nachempfunden, wie sie vermutlich auch auf der Schlei üblich waren. Wie seine wikingerzeitlichen Vorbilder ist das Boot geklinkert, d.h. die Eichenplanken (die oberste Planke besteht aus Kiefer) überlappen sich von oben nach unten.
Die Erik Styrimathr wird durch eine ausgebildete Bootscrew aus der Reenactmentszene regelmäßig auf dem Haddebyer Noor vor Haithabu und auf der Schlei gesegelt und soll so zum einen wikingerzeitliche Schiffsbau- und Seefahrtstechniken illustrierten und auf der anderen Seite die Impression von Haithabu als Seehandelsplatz andeuten.