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Museum bekommt Nachbau eines wertvollen Truhenfundes

Sie ist einst einer reichen Frau mit ins Grab gegeben worden: Eine 1100 Jahre alte Kiste aus Eichenholz, die komplett mit Eisenblech beschlagen ist und sich mit einem komplexen Schloss verriegeln lässt. Gefunden wurde sie in einem der reichsten Frauengräber, das wir aus der Wikingerzeit kennen. Es war in einer hölzernen Kammer unmittelbar südlich des Halbkreiswalles von Haithabu angelegt worden. In der Truhe der Verstorbenen waren ein Messer und eine Schere und vielleicht auch wertvolle Stoffe mitgegeben worden.

Für Archäologen ist die Truhe ein faszinierender Fund, da er viel über die Handwerkstechniken der Wikingerzeit verrät, vor allem darüber, was für komplizierte Schlösser die Wikinger bereits kannten. Die bronzenen Tierköpfe auf den Überfallriegeln der Truhe sind zudem auch von einer Truhe im schwedischen Birka bekannt. Weisen sie vielleicht auf einen Wanderhandwerker hin, auf persönliche Beziehungen der Toten nach Schweden oder sind sie nur Ausweis von Handelsbeziehungen? 

Fest steht: Das aussagekräftige Exponat ist bei uns im Museum zu sehen. Darüber hinaus sind wir seit kurzem im Besitz einer in allen Details dem Original nachempfundenen Truhe. Gefertigt wurde sie von Mitarbeitern einer gemeinnützigen Werkstatt für psychisch erkrankte Menschen in Oldenburg (www.zentrega.de). Die Mitarbeiter der zentegra hatten sich unter Leitung des Metallbaumeisters Matthias Dencker und des Zimmerers Lothar Evers von der Caritas in Rheine der Sache angenommen und den Nachbau an Museumsleiter Dr. Matthias Toplak und seine Vorgängerin Ute Drews überreicht - die beide deutlich begeistert waren.

Der Nachbau der Truhe ermöglicht es den Besuchern des Museums nicht nur, Technik der Wikingerzeit im wahrsten Wortsinne ‚begreifen‘ zu können. Sie hilft auch den Archäologen, Handwerkstechniken besser zu verstehen.

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