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Was blüht und wächst denn da?

Im vergangenen Jahr wurde bei rekonstruierten Wikingerhäusern im Freigelände ein kleiner Schaugarten angelegt mit allerhand nützlichen Pflanzen - die es vermutlich dort schon zur Wikingerzeit gegeben hat.

Haben Sie schon mal was von Gagel gehört? Der Strauch soll in Nordeuropa schon sehr früh zum Brauen von Bier verwendet worden sein. Was ist mit echtem Labkraut? Das wird nicht nur zur Herstellung von Käse verwendet, sondern auch zur Färbung von Textilien. Dann hätten wir da noch die Saubohne… Die wird seit langer Zeit in Europa kultiviert. Sie gilt als sehr nahrhaft. Und das ist noch lange nicht alles: In unserem Museumsgarten bei den Wikinger Häusern im Freigelände, können Sie eine Reihe weiterer interessanter Pflanzen entdecken. Da ist zum Beispiel auch der Schlangenlauch, aus dessen Brutzwiebeln sich hervorragend Pesto herstellen lässt. Oder Engelwurz, eine alte Gemüse- und Arzneipflanze.

„Während der Siedlungsgrabungen in den 1960er und in den 2000er Jahren wurde das Fundmaterial auch archäobotanisch untersucht. Insgesamt wurden über 1000 verschiedene Arten nachgewiesen. In unserem Garten haben wir uns für Pflanzen entschieden, von denen wir wissen, dass es sie schon zur Zeit der Wikinger hier gegeben hat“, sagt Dr. Kirsten Jensen-Huß, die seit langem im Wikinger Museum arbeitet, den Garten geplant hat und gemeinsam mit Ehrenamtlern hegt und pflegt. Das Team um Jensen-Huß hat sich bei der Auswahl der Gewächse auf Kräuter, Nahrungs-, Arznei- und Färbepflanzen konzentriert.

„Ob die Menschen, die hier in Haithabu gelebt haben, die Pflanzen wirklich so genutzt haben, wie wir es heute annehmen, wissen wir natürlich nicht mit letzter Sicherheit. Aber in einigen isländischen und norwegischen Sagas und Gesetzestexten werden Pflanzen wie Engelwurz, Lauch und Kohl erwähnt und auch spätere mittelalterliche Quellen lassen Rückschlüsse auf die Verwendungsmöglichkeiten zu“, sagt die Wissenschaftlerin.

Und wann wird geerntet? Laufend. So wird einiges für museumspädagogische Angebote genutzt. Zwei Mal im Jahr sind offizielle Gartentage, an denen Vorbereitungen für das Frühjahr und den Winter getroffen werden. Der nächste Termin im Herbst (03.10.2024./ MEHR…) ist auch offizieller Erntetag – und eine gute Gelegenheit, um mit dem Gartenteam ins Gespräch zu kommen. Jensen-Huß: „Unsere Besucher*innen interessieren sich sehr für diesen kleinen Schaugarten und das freut uns sehr.“ Daher plant sie auch, ihr gärtnerisches Wissen über die Pflanzen der Wikingerzeit für die Museumsgäste aufzubereiten.

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